Der Terrorüberfall auf das jüdische Chanukka-Fest am Strand von Sydney, der Brandanschlag auf das Anwesen des brandenburgischen Antisemitismusbeauftragten und der Anstieg antisemitisch motivierter Straftaten in Deutschland um ca. 80 % in 2024 sind traurige Schlaglichter einer besorgniserregenden Entwicklung: dem neuerlichen Anwachsen des Antisemitismus 80 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz.
Wie das Lagebild dazu in der Osnabrücker Stadtgesellschaft aussieht und welche Ansatzpunkte es gibt, dieser Entwicklung entgegenzuarbeiten, war Thema des immer am ersten Montag stattfindenden Offenen Stammtischs der SPD Schinkel am 5. Januar 2026.

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Michael Grünberg und Dr. Winfried Verburg von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit entwickelte sich eine facettenreiche und lebhafte Diskussion auf der gut besuchten Veranstaltung. Grünberg zeichnete ein vorsichtig optimistisches Bild von der aktuellen Situation in Osnabrück. Er selber sei in Osnabrück noch nie Opfer antisemitischer Übergriffigkeit geworden. Gleichwohl gebe es sie natürlich auch hier. Wichtig sei vor allem, dass sich die Mehrheitsgesellschaft aufflackerndem Antisemitismus konsequent entgegenstellt. Hier sei die Zivilcourage eines jeden von uns gefragt. Die Vorsitzenden der SPD-Arbeitsgemeinschaft Migration und Vielfalt betonten die Notwendigkeit intensiven Engagements seitens aller religiösen Gruppen für mehr gegenseitiges Verständnis. Sie lobten den Dialog der Religionen in Osnabrück, wünschten sich aber ein noch stärkeres Engagement, das über die Funktionärsebene hinausgehe.

SPD-Ratsmitglied und Oberbürgermeisterkandidat Robert Alferink betonte, dass die SPD sich Antisemitismus und Hass überall entgegenstelle. Gleichzeitig begrüßte er grundsätzlich die Idee einer Städtepartnerschaft Osnabrücks mit einer israelischen Stadt. „Städtepartnerschaften wachsen über längere Zeit. Sie werden nicht verordnet, sondern müssen gepflegt und gelebt werden. Es wäre eine sinnvolle Aufgabe und ein lohnendes Ziel für den kommenden Stadtrat zu dieser Frage in den Dialog zu gehen.“ Dr. Verburg verwies darauf, dass man am regelmäßig die Möglichkeit habe, seine Solidarität mit jüdischen Mitbürgern durch Teilnahme an Wachen an der Synagoge zu zeigen.
Auf dem Gruppenbild v.l.: Dr. Dr. Winfried Verburg (Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit), Michael Grünberg (Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde), Robert Alferink (SPD-Oberbürgermeisterkandidat), Hale Ünlü-Lachnitt (AG-Vorsitzende Migration und Vielfalt) Heidrun Achler (Vorstandsmitglied der SPD Schinkel) und Denil Can Ucar (AG-Vorsitzender Migration und Vielfalt)



